Tai Chi Chuan

Die Bewegungskunst Tai Chi Chuan (auch Taijiquan geschrieben oder kurz Tai Chi/Taiji) wurde im chinesischen Kaiserreich aus der Verbindung traditioneller Kampfkunst (Kung Fu) mit den Gesundheitsübungen des Qi Gong entwickelt. Yang Luchan begründete das Tai Chi Chuan der Familie Yang zu Beginn des 19. Jahrhunderts.

Wer Tai Chi Chuan trainiert, lernt den Körper mühelos und entspannt, aber kraftvoll zu bewegen. Dabei helfen Übungen, wie sie auch im modernen Faszientraining benutzt werden. Statt Muskelanspannung stehen Struktur und Balance im Mittelpunkt. Das Training der langsam und fließend ausgeführte Form fördert darüber hinaus Konzentration und Gelassenheit.

Softening Exercises

Die sogenannten Softening Exercises helfen den Körper geschmeidig zu machen und das Körpergefühl zu verfeinern. In 24 grundlegenden Übungen werden zunächst alle Teile des Körpers von Kopf bis Fuß sanft gedehnt und mobilisiert. Gleichzeitig lernt man, das Körpergewicht bewusst auf den Füßen zu balancieren. Durch Schwungübungen werden die Faszien und das Bindegewebe aktiviert. Die Softening Exercises bilden die Grundlage für das Verständnis und die Umsetzung der Bewegungsprinzipien des Tai Chi Chuan in der Form, aber auch im Alltag.

Die Form

In der Form wird der Ursprung des Tai Chu Chuan als Kampfkunst erkennbar. Sie besteht aus einer Folge von Situationen nach dem Motto: „Wenn der Gegner dies tut, reagiere ich so und so.“ Diese Bewegungen werden zu einem fließenden Ablauf zusammengefügt, der bis zu 25 Minuten dauern kann. Die Ausführung ist langsam und stetig, der Atem fließt gleichmäßig. Als Anfänger prägt man sich zunächst die Abfolge der einzelnen Bilder ein. Danach übt man, die Ideen der einzelnen Bewegungen zu verstehen und die speziellen Bewegungsprinzipien des Tai Chi Chuan umzusetzen.

Peter zeigt einen Ausschnitt aus der Form

Partnerübungen

Für Fortgeschrittene besteht auch die Möglichkeit, in Partnerübungen den kämpferischen Aspekt des Tai Chi Chuan zu erkunden. Im Push Hands testet man die Standfestigkeit (Verwurzelung) des Partners und seine Fähigkeit, sich auch unter Druck zu entspannen. Im SanShou, einer Partnerform für zwei Personen, trainiert man Schnelligkeit, Timing und das Distanzgefühl.

Qi Gong

Unter dem Oberbegriff Qi Gong (auch in der Schreibweise Chi Kung) werden meistens alle Übungen zusammengefasst, die aus der Chinesischen traditionellen Medizin stammen und zur Pflege der Gesundheit praktiziert werden . Darin enthalten sind Bewegungsübungen, aber auch Atemübungen und Meditation. Immer im Mittelpunkt steht die Lebensenergie Qi (Chi), deren ungehindertes Fließen im Körper erhalten und gepflegt werden soll. In den traditionellen Kampfkünsten wird Qi Gong zur Pflege der Gesundheit praktiziert, dient aber auch der Entwicklung innerer Kraft und Kampfstärke. In der heutigen Zeit ist es ebenfalls ein guter Weg zur Stressreduzierung.